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von dirk I hamburg I 23 Januar 2019

Ein futuristisches Stück Nostalgie. Der adidas Nite Jogger von 1976.

1976 hieß Running noch Jogging. Abgeleitet vom Verb to jog für „trotten“, bezeichnete man damit seit den Sechzigerjahren Gruppenfreizeitläufe in freier Wildbahn. Dabei ging es ausschließlich um die Verbesserung der Kondition. Von Lifestyle, Rebellentum und dem Drang nach Freiheit noch keine Spur.

In Deutschland ist der Sport bereits seit den Fünfzigerjahren Gang und Gebe unter der Bezeichnung Dauerlauf. Doch erst 1961 gelang der Durchbruch. In Neuseeland! Ausgelöst von Arthur Lydiard, einem Leichtathletiktrainer aus Auckland. Er geleitete die Jogger vom Sportplatz und raus aus dem Wald auf die Straße und somit in den Alltag und das urbane Leben.

Ein Jahr später importierte Bill Bowerman – Leichtathletiktrainer, Konstrukteur und Nike Mitgründer – diesen Trend nach einem Neuseelandbesuch in die Vereinigten Staaten. Die Joggingkultur war geboren. Der Rest ist Geschichte.

Einer der ersten Runner alias Joggingschuhe kommt aus Mittelfranken: Der adidas Nite Jogger erschien erstmals 1976. Sein Name bezog sich auf die auffällige Farbgebung, um bei schlechten Sichtverhältnissen, nach Einsetzen der Dämmerung oder früh morgens, auf der Straße von anderen Verkehrsteilnehmern besser gesehen zu werden. Weißes Leder, knallorange Streifen und Zunge, himmelblaue Zwischensohle. Ein Retromodell davon wurde vor einigen Jahren neu aufgelegt.

43 Jahre nach dem allerersten Release hat sich das Designteam in Herzogenaurach den Nite Jogger noch einmal vorgeknöpft, komplett zerlegt und zeitgemäß neuinterpretiert. Entstanden ist ein eindrucksvoller Runner. Quasi ein futuristisches Stück Nostalgie. Die Silhouette nach wie vor klassisch Siebzigerjahre. Eben zeitlos modern. Ohne Schnörkel. Ohne Kinkerlitzchen.

Das Obermaterial ist eine Kombination aus High-Tech-Mesh in Carbonschwarz und gewebtem Ripstop-Nylon. Dezent akzentuierte, orangefarbene Parts aus reflektierendem 3M-Scotchlite garantieren ein erhöhtes Gesehenwerden, nicht nur zu später Stunde. Die Boost-Zwischensohle mit der markanten Reiswaffelstruktur liefert maximalen Tragekomfort.

Die feinen Wildlederparts sorgen im Vorderfußbereich für besten Stand. Der Zwischensohlenclip aus mattschwarzem Kunststoff stabilisiert Ferse und Sprunggelenk.

Dazu eine fluffig gepolsterte Zunge und ein nachthimmelblaues Inlay – fertig ist der ultimative Winterrunner Zwanzig19. Mit 372 g prädestiniert für gezielte Sprints durch Eis und Schnee, den ein oder anderen flockigen Dauerlauf von Club zu Club oder einen gebührenden Platz ganz oben in der Sammlung ungewöhnlicher Runningklassiker, Rubrik: Erhöhter Nite-Faktor.