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von dirk I hamburg I 28 September 2017

Das jüngste Werk eines der ältesten Runner. Nike Vortex Recrafted.

Die Achtzigerjahre und immer wieder die Achtzigerjahre. Es scheint, als wäre der Drang nach Freiheit, Bewegung und Laufen nie größer gewesen. In keinem anderen Jahrzehnt wurden mehr Running-Modelle entwickelt und bessere Styles designt und revolutionärere Materialien kombiniert. In keinem anderen Jahrzehnt wurden so viele Styles bei internationalen Profirennen getestet und perfektioniert.

Zu den ersten erfolgreichen Runnern in Serienproduktion zählt die so genannte Nike V-Series. Bestehend aus den drei Topathleten Vengeance, Vortex, Vector. Drei legendäre Runner. In drei aufeinanderfolgenden Jahren. Für drei unterschiedliche Läufertypen.

1984 präsentiert Nike den Vengeance: das Leichtgewicht mit der maximalen Dämpfung. 1985 folgt der Vortex: extrem leicht, extrem guter Halt. 1986 erscheint der Vector: mit Schwerpunkt Stabilität für die Fußgelenke. Beworben wurde das Athleten-Triple mit der flauschig aggressiven Kampfansage: „What else needs to be said?“ Tja, an sich nicht viel.

Durchgesetzt hat sich in dem harten Kopf-an-Kopf-Rennen schlussendlich der Vortex. Das souveräne Allroundtalent – quasi der Hybrid aus Vector und Vengeance: niedrigstes Gewicht bei höchster Stabilität in urbanem Gelände. Der Vortex wird gern als Vorläufer des Nike Internationalist bezeichnet.

Doch genau genommen trat der Internationalist bereits beim New-York-City-Marathon 1982 an. Berühmt wurde er jedoch erst 1985 beim Nachsitzen. Im Kultfilm The Breakfast Club trägt ausgerechnet der Highschool-Streber Brian alias Anthony Michael Hall, der wegen einer schlechten Note in Werken nachsitzen muss, den blauen Runner mit dottergelber Schwinge zu Chino und Sweater.

Aber zurück zum Vortex, was übrigens soviel bedeutet wie Wirbel, im Sinne von Strudel. Und für jede Menge Wirbel sorgte der Vortex spätestens bei seinem Relaunch im Jahr 2011 im Original-Colorway: Navy-blaues Suede, weißes Nylon und ein goldener Swoosh. Es folgten alle erdenklichen Modell- und Farbvarianten. Das Meiste unspektakulär. Dann war wieder Ruhe im Karton.

Zum Sommer 2017 präsentiert Nike neben rund 20 Vortex-Modellen drei Original-Shapes und Colorways in der so genannten Recrafted-Edition. Einmal monochrom in Schwarz-Grau-Weiß, einmal knallig in Rot-Weiß-Schwarz. Und als Drittes vorneweg: das stilistische Kleinod in staubig blauem Veloursleder, Ziellininen-weißem Nylon und einem Swoosh, der gern beige genannt wird, jedoch Cobblestone heißt und Kopfsteinpflaster meint, in Anlehnung an urbanes, anspruchsvolles Laufterrain.

Optische Markanz: das aufgedruckte Nike Air Logo am Fersenpatch und der horizontale Cutout im Suede direkt darunter. Nicht sichtbare Novitäten sind die IU-Mittelsohle aka Injected Unit Sole und das optimierte Fersenelement für optimale Dämpfung.

Eben voll und ganz recrafted für solide City Sprints und entschleunigte Cobblestone-Catwalks. Wie hieß es noch gleich in der Produktanzeige von 1985: „What else needs to be said?“