Nichts weiter als Geniales und Kolossales rundum Sneaker, Mode, Medien und Lifestyle.

von dirk I hamburg I 28 Juni 2017

Billabong. Australische Beach- und Surfkultur seit 1973.

Im Jahr 1973 hat ein junges Ehepaar beim Frühstück auf der anderen Seite der Welt, genauer gesagt in Gold Coast, einer Stadt mit einer halben Million Einwohner, an der Ostküste von Australien, eine knappe Autostunde südlich von Brisbane, eine Idee.

Als passionierte Surfer und Umweltaktivisten gründen Gordon und Rena Merchant eine Surfermarke: Billabong. Was in der Sprache der Aborigines, jener Ureinwohner Australiens, soviel bedeutet wie weit und breit die einzige Wasseroase.

Boardshorts, Neoprenanzüge, Wetshirts: Das Label mit der doppelten Welle im Logo begeistert Wellenreiter und andere Wassersportler und schützt ihre Haut vor der intensiven Sonne Australiens. Es folgen Exporte nach USA und bald auch nach Europa. Wer also etwas auf sich und den Boardsport hielt, hatte nun eine legitime Alternative zu den etablierten US-Marken O’Neill und Quicksilver.

Billabong wurde zum Synonym für Surfkultur, Wassersport und Strandkultur mit erhöhtem Coolnessfaktor. Parallel fördert Billabong den Profisport. Man organisiert weltweite Surf Competititons, sponsort die weltbesten Wellenreiter. Kurzum – es lief bei den Merchants und die Marke wuchs.

40 Jahre Beliebtheit, Wachstum und Erfolg, was aus heutiger Sicht eine unfassbar lange Zeit ist für eine Lifestylemarke. Und dann kam alles so wie es auch schon mal mit Oasen passiert: Eine unerwartete Dürre legt eine Wasserquelle trocken und nichts geht mehr. Oder ohne Metaphorik: Bis zum Jahrtausendwechsel lief alles prächtig. Doch dann kam er wieder – dieser so oft schon unerklärliche Ruf nach Produktdiversifikation und Börsengang.

Und schon geht die AG shoppen: 2001 kauft man das Sonnenbrillenlabel Von Zipper, 2002 die Skaterbrand Element, 2006 die Armbanduhrenmarke Nixon, 2007 die Highend-Neoprenmarke Xcel und zwischendurch noch neun andere Marken. Eine strategische Fehlentscheidung.

Der Coolnessfaktor der Marke sinkt und damit auch der Produktabverkauf – in Europa um acht Prozent, in USA und Australien um fünf Prozent. Hinzu kommt die Finanzkrise. Bis 2012 haben sich die Verluste verdreifacht, daraufhin fällt der Aktienwert um fünf Prozent, der Wert der Marke um ein Drittel. Das Ladengeschäftskonzept entpuppt sich als Knieschuss. Billabong schließt weltweit 160 Stores. Es folgen ein Refinanzierungsplan, ein neuer CEO und neue Investoren.

Wer weiß, mit etwas Glück, Geschick und Geduld füllt sich das ausgetrocknete Wasserloch wieder. Die einstige Coolness der Marke scheint dennoch auf der Durststrecke liegen geblieben zu sein. Für ein begehrtes Markenimage braucht es eben mehr als solide Börsennotierungen und erfahrenes Krisenmanagement. Also abwarten, in den Schatten fläzen und das Wasser beobachten – nach einer Flaute kommen erfahrungsgemäß auch wieder Wind und Welle. Shaka!

von dirk I hamburg I 22 Mai 2017

45 Jahre Adilette. Wie aus einem belächelten Nassbereichbegleiter ein Komforthipster mit internationaler Street Credibility wurde.

Fußball-Europameisterschaft 1972. Deutschland gewinnt am 18. Juni im Heysel-Stadion in Brüssel 3:0 gegen die Sowjetunion, die damals noch UdSSR heißt und ist Europameister. Die Helden von Belgien sind auch 45 Jahre später noch berühmt: Sepp Maier, Franz Beckenbauer, Gerd Müller, Paul Breitner, Berti Vogts, Uli Hoeneß, Günter Netzer.

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von dirk I hamburg I 19 April 2017

Vom Erfinder des Neoprenanzugs zur Surflegende. O’Neill goes Jeff Canham.

Es gibt sie noch. Diese großen traditionellen Lifestylemarken, die seit Jahrzehnten den Spirit von Coolness, Fernweh und Lässigkeit generationsübergreifend vermitteln. O’Neill ist so ein Urgestein. unbedingt nahtlos weiterlesen … »

von dirk I hamburg I 21 März 2017

adidas Iniki. Der Visionär mit dem Quäntchen Wehmut.

Es gibt sie eben doch noch. Die Tage und Turnschuhe, auf die es sich zu warten lohnt. Der 1. März 2017 ist so ein Tag. Denn da präsentiert das Designlab aus Herzogenaurach einen Retro-Runner, der so nonchalant daherkommt, als hätte ihn Thomas Magnum Ende der Siebziger schon an den endlosen Sandstränden von O’ahu am Fuße des Mount Ka’ala Vulkans getragen, als Laufen noch Jogging hieß.

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von dirk I hamburg I 24 Februar 2017

Von wegen abgerockt: Der New Balance 998 CBL „Connoisseur Guitar“.

Einer der wohl schicksten Sneaker des Jahres ist gar nicht von 2017. Genau genommen auch nicht von 2016. Der beachtenswerte Highender mit der Ziffrigkeit 998 aus dem Hause New Balance stammt genau genommen aus dem Jahr 2015. Obwohl das Modell bei ganz genauer Betrachtung natürlich ein Retro-Runner ist und erstmals 1993 auf der Bild- beziehungseweise Lauffläche erscheint.

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von dirk I hamburg I 26 Januar 2017

Reebok Club C 85 Vintage. Das Comeback einer britischen Hartplatzkoryphäe.

Als Joseph William Foster mit seinem 1895 gegründeten Familienunternehmen J.W. Foster and Sons, im Nordwesten von England, die ersten Laufschuhe mit Spikes für die Olympischen Sommerspiele 1924 in Paris per Hand fertigte, ahnte natürlich niemand, dass zwei seiner Enkel 34 Jahre später daraus die Marke Reebok ins Leben rufen.

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von dirk I hamburg I 22 Dezember 2016

Dieser Tennisklassiker denkt, er sei ein Rentierpullover. Der Nike Ultra Classic QS.

1983 schaffte es Tennis endgültig vom Elitesport für die weiße Mittelschicht zum euphorisierten Breitensport mit klassenübergreifender Street Credibility. Schuld daran: ein einziger Spieler, der bis heute das Synonym ist für Aufmüpfigkeit, aggressives Offensivspiel, bedingungslosen Ehrgeiz, unkontrollierte Wutausbrüche, zitatenreiche Schimpfkanonaden und manifestiertes Rebellentum.

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