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von dirk I hamburg I 21 März 2017

adidas Iniki. Der Visionär mit dem Quäntchen Wehmut.

Es gibt sie eben doch noch. Die Tage und Turnschuhe, auf die es sich zu warten lohnt. Der 1. März 2017 ist so ein Tag. Denn da präsentiert das Designlab aus Herzogenaurach einen Retro-Runner, der so nonchalant daherkommt, als hätte ihn Thomas Magnum Ende der Siebziger schon an den endlosen Sandstränden von O’ahu am Fuße des Mount Ka’ala Vulkans getragen, als Laufen noch Jogging hieß.

Vielleicht hätte zur selben Zeit Detective Sergeant Dave Starksy mit seinem 74er Ford Gran Torino in den Straßen von Bay City Los Angeles nicht den adidas SL 76 getragen und zu globaler Begehrlichkeit verholfen, sondern den Iniki. Hätte, würde, könnte … das Konjunktiv-Triple der Ewiggestrigen.

Doch genau genommen hat es den Iniki bisher gar nicht gegeben. Der geschmeidige Runner ist nämlich brandneu und so was von toooomorrow! Ein Highend-Athlet im Vintage-Look einer Schnurrbart-und-Kotelettenlegende. Da staunt der Retrosammler und der Nostalgiker wundert sich.

Der Iniki kombiniert die Lässigkeit und markante Stilsicherheit der Siebzigerjahre mit der Erfahrung aus vier Jahrzehnten urbanem Langstreckenlauf. Zufall oder Kalkül? Der älteste Triathlon der Welt ist der Ironman. Der nach wie vor anspruchsvollste Ausdauerwettkampf ever fand erstmals 1978 statt – auf Hawaii. Womöglich ist der Name Iniki deshalb hawaiianischen Ursprungs. Meinen rudimentären Polynesischkenntnissen nach bedeutet Iniki in etwa so viel wie „starker, eisiger Wind“. Zudem ist es der Name eines Hurricanes und interessanterweise auch ein beliebter Inselmädchenname zwischen Ni’ihau im Nordenwesten und Big Island im Südosten.

Und ab sofort ist Iniki auch der Name für einen der flauschigsten Asphaltrunner weit und breit. Denn hinter der schnörkellosen Optik steckt Technologie neuester Stand. Das Obermaterial kombiniert feinstes Stretchmesh mit klassischen Wildleder-Overlays im Zehen- und Fersenbereich. Erinnert spontan an einen Hybrid aus den Lauflegenden SL72, Marathon, Oregon und Boston Super.

Oben hui, unten Oh là là: Für höchsten Tragekomfort und bestmögliche Bequemlichkeit trumpft der Iniki mit innovativer boost-Sohlentechnik für reaktionsfreudige Dämpfung nebst Außensohle mit Netzstruktur für optimale Traktion. Ontop die OrthoLite-Einlegesohle für noch mehr Dämpfung und noch weniger Gewicht. Imposante Eigenmessung: 266g. Mehr, bzw. weniger geht nicht! Nice to know: Der gezackte Dreistreif ist aufgedruckt und eine elegante Minimalität ist der Kupfermetalllook an Senkelenden, Zungenlogo und Seitenschriftzug.

Man muss also nicht zwangsläufig in den Siebzigerjahren geboren oder dabei gewesen sein, um mitreden oder vorauslaufen zu können. Der Hawaiianer aus Herzogenaurach ist die gelungene Quintessenz aus Wehmut und Vision. In diesem Sinne: Aloha Iniki!