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von dirk I hamburg I 30 November 2018

TATORT Fulda. Ein Schnürschuh unter Kultverdacht. adidas »Sonntag 20:15«.

Seit 48 Jahren jagen Millionen Deutsche an den Sonntagabenden von 20.15 Uhr bis Punkt 21.45 Uhr Gewaltverbrecher quer durchs Land.

Damals hießen Kriminelle noch Schurken, Ganoven, Gangster oder Spitzbuben. Schnell wurde die Krimiserie TATORT zu dem, was man 1970 noch Straßenfeger nannte und fast fünf Jahrzehnte später noch immer – und längst über die Landesgrenzen hinaus – Fernsehzuschauer aller Altersgruppen und Sozialschichten in seinen Bann zieht.

Dabei können sich wohl nur noch wenige an die allererste ARD-Produktion erinnern, als Hauptkommissar Trimmel von der Hamburger Kriminalpolizei – fast auf den Tag genau vor 48 Jahren – am 29. November 1970, aufgrund einer Mordermittlung im weißen Wartburg 353 S mit schwarzem Tartandach durch West-Berlin und über die Transitautobahn nach Leipzig gurkte.

999 Folgen später gab es 2016 eine Reminiszenz an den Pilotfilm, bei der Hannovers TATORT-Kommissarin Lindholm auf Kiels Hauptkommissar Borowski trifft. Leider eine der miesesten und hanebüchensten Folgen ever. Egal, aktuell tummeln sich über 20 Ermittlerteams im Land. Und selbst in den deutschsprachigen Nachbarländern Österreich und Schweiz wird inzwischen mit Akribie ermittelt. Nice to know: Die erste Kommissarin war Marianne Buchmüller von der Kripo Mainz, 1978.

Inzwischen ist für jeden Zuschauertypus was dabei: Einzelgänger, Eigenbrötler, Narzisst, Grantler, Schmierlappen, Oberlehrer, Exzentriker, Pedant, Nonkonformist, Neurotiker, Pragmatiker. Psyche und Privatleben der Kommissare stehen oftmals mehr im Vordergrund als Tätersuche und Tätermotiv.

Und mit dem klassischen Peterwagen fahren heute nur noch die Statisten vor, kurz vor der jeweiligen Festnahme des entsprechenden Halunkens. Wann genau der letzte offizielle Streifenwagen in Minzgrün mit weißem Dach und weißen Kotflügeln zu sehen war, kann ich auch nicht erinnern. Offiziell wurde 2002 auf Blau-Silber gewechselt.

Umso cooler und origineller, dass die SoKo »Schnürschuh« von 43einhalb, mit der limitierten adidas Samba LT Edition »Sonntag 20:15«, sich und anderen TATORT-Fans einen Traum erfüllt hat. Der Klassiker unter den Hartplatzsportschuhen – exklusiv in dem Minzgrün der Streifenwagen wie ihn die Sneakerstoregründer noch mit einer Portion Nostalgie aus jungen Jahren erinnern.

Zur Fallanalyse. Der Samba LT strotzt in einer fluffigen Meshversion. Statt Dach und Kotflügel gibt’s in Cremeweiß den Dreistreif und das Inlay. Besondere Kennzeichen: eine auffallend lange und ordnungsgemäß gefilzte Zunge, prädestiniert für unterschiedliche Klettpatches, beispielsweise die individuell präferierte TATORT-Ermittlerstadt für größtmögliches Lokalkolorit – von B wie Berlin bis W wie Wiesbaden.

Um zu erkennen, dass die Edition »Sonntag 20:15« ein klarer Fall für die eigene Sammlung ist, muss man kein ausgebuffter Profiler sein, der seine Schlüsse auf Basis kriminalistischer Erkenntnisse anhand von Indizien zieht. Es reicht an sich, wenn man Teil der eingeschworenen TATORT-Community ist. Gratulation Mischa & Olli. Fall abgeschlossen.